Ablauf einer Yogastunde

    Wer sich noch nicht so sehr mit Yoga beschäftigt hat, wird sich vielleicht Fragen, was Yoga eigentlich ist und wieso jetzt plötzlich so viele Menschen Yoga üben.

    Einige denken vielleicht, Yoga hat was mit Yucca Palmen oder Joghurt zu tun . Andere denken, dass beim Yoga stundenlang im Schneidersitz laut OOOmmm gesummt wird. Wieder andere denken, dass beim Yoga der Körper hoffnungslos verknotet wird.

    Während das erste natürlich eher abwegig ist, stimmt das andere zum Teil.

    Yoga ist ursprünglich ein spiritueller Weg. Um irgendwann zur Erleuchtung zu gelangen, muss viele Stunden am Tag im Lotussitz meditiert werden. Das bedeutet: Bevor lange im Lotussitz verharrt werden kann, sollte der Körper beherrscht werden. Das wird mit dem Hatha-Yoga erreicht, dem körperlichen Yoga. Und klar, wenn man den Körper beherrscht, kann man auch die verrücktesten Verbiegungen machen.

    Wer das möchte, kann das selbstversändlich tun.

    Aber unser Ziel ist das jetzt nicht!

    Unser Ziel ist es Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Das bedeutet:

    • weniger gestresst zu sein
    • mehr Gelassenheit
    • mehr Flexibilität des Körpers
    • Aufbau des Immunsystems
    • Regulierung des Stoffwechsels usw.

    .....damit wir uns fit und gesund fühlen.

    Und das ist doch sehr erstrebenswert, oder? Dazu müssen Sie sich weder verbiegen und auch nicht stundenlang meditieren.

    Ablauf einer Yogastunde (die kurze Version)

    Anfangsentspannung

    • Ankommen in der Yogastunde
    • Bodyscan- Körperwahrnehmung

    Atemübungen (Pranayama)

    • sie erhöhen Ihre Energie und Ausstrahlung
    • regen die Organfunktion an
    • tragen zur Normalisierung des Stoffwechsels bei
    • erhöhen die Konzentrationsfähigkeit
    • sorgen für Ausgeglichenheit

    Körperstellungen (Asanas)

    • zur Dehnung, Stärkung und Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke,
      der Wirbelsäule und für das gesamte Knochengerüst
    • Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems; belebend, entspannend und Energie gebend
    • sie wirken harmonisierend und stärkend auf die inneren Organe,
      Drüsen und Nerven
    • körperliche und geistige Spannungen lösend, wecken sie erstaunliche Energiereserven

    Tiefenentspannung

    • Sie helfen Ihnen zur Ruhe zu kommen,
      Klarheit zu gewinnen und Stress abzubauen
      mit Affirmationen und Traumreisen

    Ein 90minütige Yogastunde: (ausführliche Version)

    Anfangsentspannung

    • zum Ankommen und um den angestauten Stress des Tages schon mal loszuwerden und abzuschalten

    Pranayama - Atemübungen

    • können helfen die Lungenkapazität zu erhöhen
    • man nimmt vermehrt Sauerstoff und Prana (Lebensenergie) auf
      und die Abwehrkräfte werden gestärkt
    • der Körper wird entgiftet, Stoffwechselschlacken ausgeschieden
    • die unterschiedlichen Techniken können entspannend, vitalisierend oder auch ausgleichend auf den Körper und den Geist wirken

    Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 25920 Mal. Über den Atem nehmen wir den wichtigen Sauerstoff, aber auch Prana, Lebensenergie, auf. Durch Stress, Verspannungen, falsche Körperhaltung und schlechte Angewohnheiten atmen die meisten Menschen zu flach. Sie geben so ihrem System zu wenig Sauerstoff, was zu Ermüdung führen kann.

    Yoga hilft, wieder zu einer natürlichen Atmung zurückzukehren. Mit speziellen Atemübungen kann die Lebensenergie jederzeit wieder aufgebaut werden. Über Atemtechniken kann man auch Lampenfieber, unberechtigte Ängste, Verstimmungen und Reizbarkeit überwinden.

    Erwärmung: Surya Namaska,  der Sonnengruß

    • eine Folge von 12 Asanas (Körperstellungen), die den Körper dehnen und aufwärmen und auf die weitere Yogapraxis vorbereiten
    • die Wirbelsäule wird in verschiedene Richtungen bewegt
    • Rückgrat und Glieder werden biegsam, Bauch und Taille werden sanft modelliert und die Atemkapazität erhöht
    • der Sonnengruß ist ein Training für den ganzen Körper
    • regelmäßiges Üben des Sonnengrußes kann sich positiv auf das Hormonsystem   auswirken 

    Asanas - Yoga-Stellungen

    Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung gehalten wird.
    Beim Halten der Stellungen können sich die positiven Wirkungen auf den gesamten Organismus besser entfalten.
    Wichtige Stellungen im Yoga sind: Umkehrhaltungen, Vorwärtsbeugen, Rückwärtsbeugen und Drehungen der Wirbelsäule, sowie Gleichgewichtsübungen. Die Übungen ergänzen einander und werden in einer für die Wirbelsäule sinnvoll geordneten Reihenfolge geübt. Der ganze Körper wird dabei gedehnt und gekräftigt und ein ausgeglichenes Körpergefühl entsteht.
    Asanas entwickeln auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein. Durch das ruhige Halten der Stellungen werden Blockaden gelöst und die Funktion der inneren Organe verbessert. Yoga Asanas sind eine ausgezeichnete Vorbeugung gegen Krankheiten und können andere Therapien in ihrer Wirksamkeit unterstützen.

    Tiefenentspannung

    • progressive Muskelrelaxion
      ein Muskel der erst angespannt wird kann beim Loslassen besser entspannen
    • Autosuggestion
      Muskeln und Organe werden mittels Bewusstwerdens und dem Gedanken loszulassen entspannt
    • Visualisierung / Phantasiereise
    • richtige Entspannung verbraucht kaum Energie
    • beruhigt die Nerven
    • wirkt blutdrucksenkend, ausgleichend
    • kann Spannungs- und Angstzustände lösen

      Am Ende jeder Yogastunde gibt es eine ca. 15-minütige Tiefenentspannung. Alle Körperteile und auch der Geist werden entspannt. Die Wirbelsäule kann jetzt in einer neutralen Position ruhen, die Lebensenergie verteilt sich gleichmäßig und der Geist hat Gelegenheit, neu Gelerntes zu integrieren. Stress wird abgebaut, das Immunsystem gestärkt, Heilprozesse gefördert und geistige Ruhe und Stärke wiederhergestellt. Vollständige Entspannung kann systematisch erlernt werden. Ein Zustand tiefer Entspannung und Harmonie wird erfahrbar.

    Wichtig beim Üben von Yoga ist ein leerer Magen, die letzte Mahlzeit sollte ca 1-2 Stunden zurück liegen. Wenn es nicht möglich ist kann man vor Stunde vorher etwas Leichtes zu sich nehmen.

    Tragen Sie bequeme, dehnbare Kleidung ohne Gürtelschnallen und große Knöpfe. Warme Socken
     und ein warmer Pullover sind für die Entspannung hilfreich.